Die Ferien sind vorbei. Muss jetzt eigentlich alles wieder so weitergehen wie vorher?

Neuanfang nach den Ferien

Die Ferien sind vorbei. Der Alltag hat uns wieder.

Vielleicht hast du dich in den letzten Wochen gut erholt. Du warst am Meer, in den Bergen oder hast einfach ruhige Tage zu Hause genossen. Du hattest Zeit für die Familie, warst draussen in der Natur, hast Sport gemacht oder einfach mal gar nichts getan.

Und dann kommt der erste Arbeitstag: Der Wecker klingt früh, die E-Mails stauen sich, Termine füllen den Kalender und liegengebliebene Aufgaben fordern sofort Aufmerksamkeit. Schon nach wenigen Tagen ist das Erholungsgefühl verflogen.

Vielleicht kennst du das: In den Ferien fühlst du dich voller Energie, entspannt und spürst, wie leicht sich das Leben anfühlen kann. Kaum bist du zurück, fragst du dich: „Warum bin ich eigentlich schon wieder so müde und gestresst?“

Natürlich können wir nicht das ganze Jahr Ferien machen. Aber die Zeit abseits des Alltags zeigt uns sehr genau, was uns wirklich guttut und wo im Alltag die Krafträuber sitzen.

Der Trugschluss: „Nach den Ferien wird alles besser“

Vor den Ferien sagen wir uns oft:

  • „Nach der Pause habe ich wieder mehr Energie.“
  • „Nach diesem Projekt wird es ruhiger.“
  • „Ich muss mich im Alltag einfach besser organisieren und disziplinierter sein.“

Doch wenn aus diesen Sätzen Dauerversprechungen werden, versuchen wir ständig, uns noch besser an ein System anzupassen, das uns eigentlich auslaugt. Wir suchen die Schuld bei uns selbst, anstatt die Rahmenbedingungen zu hinterfragen.

Was wäre, wenn nicht du dich noch mehr an deinen Alltag anpassen müsstest – sondern dein Alltag sich ein Stück weit an dich?

3 konkrete Schritte: Hol dir das Feriengefühl in den Alltag

Damit deine Erholung nicht schon nach einer Woche verpufft, helfen keine radikalen Vorsätze, sondern kleine, bewusste Veränderungen.

1. Das Ferien-Audit (Was tat wirklich gut?)

Nimm dir 5 Minuten Zeit und schreibe dir drei Fragen auf:

  • Was habe ich in den Ferien genossen, das im Alltag fehlt? (z. B. 15 Minuten morgens ohne Handy, ein Spaziergang am Nachmittag, Ruhe beim Essen)
  • Was habe ich überhaupt nicht vermisst? (z. B. ständige Erreichbarkeit, Abendtermine, Multitasking)
  • Welche eine Sache möchte ich diese Woche bewusst beibehalten?

2. Die 10-Prozent-Regel anwenden

Du musst nicht dein ganzes Leben umkrempeln. Versuche, 10 % des Urlaubsgefühls in deine Arbeitswoche einzubauen:

  • Weniger Erreichbarkeit: Schalte Benachrichtigungen ab einer bestimmten Uhrzeit aus.
  • Kleine Pausenfenster: Plane feste 10-Minuten-Inseln am Tag ein, in denen du bewusst nichts tust – genau wie auf der Liege im Urlaub.
  • Grenzen setzen: Sag einmal öfter freundlich „Nein“ zu Aufgaben oder Terminen, die nicht zwingend notwendig sind.

3. Signale von Körper und Unterbewusstsein ernst nehmen

Oft versuchen wir, Müdigkeit oder Unruhe wegzuerklären. Doch wenn du dich trotz Urlaubs dauerhaft erschöpft fühlst, ist das kein Mangel an Selbstdisziplin. Unser Körper und unser Unterbewusstsein melden sich meist lange bevor unser Verstand versteht, dass etwas grundlegend nicht mehr passt.

Du musst die Lösung noch nicht kennen

Viele Menschen glauben, sie müssten erst genau wissen, was sie verändern wollen, bevor sie etwas tun können. In meiner Praxis erlebe ich oft das Gegenteil: Da ist ein diffuses Gefühl von Unruhe, Erschöpfung oder Unzufriedenheit – aber man weiss nicht genau, wo man ansetzen soll.

Genauso wie sich alte Muster unbewusst in unseren Alltag schleichen, liegen auch die Schlüssel für echte Veränderung oft tief in uns.

Veränderung beginnt selten mit einem riesigen Knall. Sie beginnt mit einem einfachen Gedanken: „So wie bisher möchte ich nicht mehr weitermachen.“

Mache den ersten Schritt

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst und merkst, dass sich bestimmte Muster oder Stressspirale im Alltag immer wiederholen, lass uns sprechen.

In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam hin: Was raubt dir Energie? Und was brauchst du wirklich, um gestärkt durch deinen Alltag zu gehen?

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